Sommerferien waren für mich als Kind immer ein endloses Vergnügen.Die Endlosigkeit ist ein wenig endlicher geworden, das Vergnügen anderer Natur, aber der Zauber im Wort Sommerferien ist geblieben.

Eingeleutet wurden sie dieses Jahr mit einem Puppentreffen, hier seht ihr die Puppen von uns vieren Mariengold,von Kowalke,Lillakirivi und mir. Viel wurde besprochen und geplant, im Herbst werden die Früchte verraten.

Weiter ging es über die Uckermark

an die Ostsee, ein seit Jahren gehegter Traum meiner Freundin und mir, einmal mit den Kindern an die Ostsee…

dieses Jahr haben wir es endlich verwirklicht

Seebad Binz

hier wollten wir einen futuristischen Kaffee zu uns nehmen – leider läßt sich hier nur heiraten – Außenstelle des Standesamtes Binz.

Abendtraumkunst – oder einfach nur Stock,Seetang, Sand und Meer…

hinterm Strand

Vilm Küste. Baden verboten!

Fähre zurück.

Das Fazit unserer Ostseetraumrealisierung meiner Freundin, dem ich mich nur anschließen kann.

Zitat:

“Ferien. Besenrein. Jugendherberge. Deutsche Romantik. Rügen. Dicke mächtige Bäume. Geheime Zeugen deutscher Geschichte. Die Ostsee,ohne Menschen ein Sehnsuchtsort. Einsamkeit, Massen, hässliche Menschen , gewaltig schöne Natur. Freundlich humorvolles Küstenvolk. Gallisches Dorf. Asterix und Obelix.

 

Jetzt haben wir unsere lang angedachte Ostseereise mit den Kindern hinter uns.

Eine Traum, eine schöne Vorstellung wurde war. Einsamer Spaziergang am Rande von Binz , Buchenwald bemoost , Cafe mit schönem Sofa, hohen Fenster, alten Balken  waren traumhaft, auch das kleine Dorf mit den REEtdächern, Hässlichkeiten anderer Cafes, viele Menschen, zu viele Menschen, die mit uns die Einsamkeit und die starken Stämme der Eichen auf Vilm bewundern wollten waren Realitäten. Halbe Halbe, ganz guter Schnitt.”

Weiter erwartet mich Frankreich, Großfamilienurlaub, ganze Sippe auf einem Campingplatz, ich versuche das ein oder andere Vorkommnis gleich vor Ort, noch warm Euch mitzuteilen, sollte nicht langweilig werden der Aufenthalt…

dann ein bisschen Italien und weiter nach Kroatien.

Sonne, Sonne,Sonne

Bücher

meine Ferienbibliothek

- mal gespannt wieviele Seiten ich diesen Sommer verzehre!

Und dann im Herbst wieder Puppen, die erste Herbspuppe hat sich schon mit geliehener Kleidung aufs Gruppenfoto gsetzt – wißt ihr welche ?

Am 25.8.2014 bin ich wieder zurück, am Puppentisch und im Clownskostüm, sollte mich der Sommer gänzlich brauchen und ich keine Worte bis dahin finden, werdet ihr Ende August wieder von mir hören.

herzlich

Laura

Hitze Puppe

Ein kleiner Hinweis für Euch aus der Hitze von Innen und Außen heraus – ein Sommergrippchen hat mich mitgenommen.

Luisa, ist noch zu haben,ihr findet sie in meinem etsy oder dawandashop, oder könnt sie auch direkt bei mir kaufen

noch ein paar Tage, dann geht es in die Ferien und einen Monat weg von Berlin und Arbeit – habt ihr Tips für Gute Sommerlektüre? Letztes Jahr habe ich ja einige Seiten verschlungen

lesehungrig

Laura

Schätze

Am Samstag gab es eine spontane Zusammenkunft von Mariengold, lillakirivi und von Kowalke über die Textile art sind wir geweht, mir wurde gleich eine Trüffelnase bescheinigt, und ich habe auch wirklich ein paar Schätze gefunden und gleich Ideen für neue Projekte – Halstücher – eins schmiegt sich schon seid Wochen um meinen Hals – mal sehen wann sich das alles verwirklichen läßt.

Es ist immer wieder eine große Freude sich im kleinen Puppenmacherinnen Zirkel zu treffen und sich zu ergänzen.

Danke an meine Freundinnen und Kolleginnen

Durch Ideen fliegend

Laura

so viele Namen kamen über Facebook und mail hereingeflogen, Dank an euch alle!Der Name ist gefunden:

Irmgard Luisa Fleur

und noch ein bisschen mehr hat sie mir verraten über sich, hier könnt ihr es lesen und auch Einzelheiten über die Auktion erfahren, Sonntag ist es soweit.

Ich verabschiede mich ins Wochenende

fangt ein bisschen Sonne ein, wenn ihr sie trefft

Laura

Name gesucht

Sie ist fertig, oder vielmehr, es, das seltsame Mädchen, mit ihrer speziellen Mission – ich darf sie noch immer nicht verraten!

Erst muss ihr Name gefunden werden,hat sie mir verraten, und dann geht sie zur Auktion, um ihr neues Zuhause zu finden.

“Es gibt eine Person dort draußen, die kennt meinen Namen, die mußt Du finden!” hat sie mir gesagt.

Bitte: Namen,Namen,Namen – schickt mir Namen, für das wunderliche Wesen!

Den Koffer hat sie gepackt:

Packt die Regenschirme aus und genießt den Sommer – mein Regenschirm wurde zuletzt in Neusatdt an der Bahnhofsbank gesehen,rosa, glitzernd schon ein bisschen angeschlagen – ein wenig trauer ich ihm nach – ich werd dem Sommer mit Regenmantel entgegen treten.

Namen!?

…nun hatte Faust s Gretchen weitaus größere Sorgen als ich – aber hin ist meine Ruhe auch – der Puppenspuk treibt mich wieder um, und die Zeit viel zu kurz, die Hände zu langsam und dann ist auch noch der Laden mit den wunderschönen tschechischen Glasperlen einfach verschwunden!

Heut bin ich durch Berlin geflitzt und mit mir in meinem Kopf um die Wette sind meine Ideen geflitzt.

Meine erster nadelgefilzter Puppenkopf ist entstanden, jetzt sitzt sie da auf meinem durch Ideen verwüsteten Schreibtisch, die Nadelgefilzte und erzählt mir grad wie Hele zuvor die wunderlichsten Geschichten, sie hat eine ganz spezielle Mission – doch dazu später, ich darf sie noch nicht verraten, hat sie mir gesagt – aber schon zeigen darf ich einige Bilder von ihr:

Stoffhaufen und erste Skizze, damit mir nicht der Kopf überläuft

ein Vormittag lang Spitzenunterwäsche nähen und froh sein 2014 zu leben und nicht von Beruf Weissnäherin geworden zu sein irgendwann 18hundertund.

ein Gesicht entsteht

eine Krone bitte noch mit Perlen

ein Körper

und mein Arbeitstisch

und hier die nadelgefilzte, namenlose begegnet sich selbst

es wird wohl noch mindestens eine Woche dauern, bis all ihre Vorbereitungen abgeschlossen sind und sie zur Versteigerung geht.

Wer weiß, wo in Berlin ich noch tschechische Glasperlen kaufen kann?

glücklich mit Ideen vollgestopft

Laura

Hele

Hele ist fertig.

Meine erste Nachindienpuppe, Nachneustadtsonnebergpuppe – Hele, mit der ich eine wunderbar verrückte Zeit an meinem Arbeitstisch hatte. Irgendwann musste ich dann meine Ideenkanäle verstopfen, so viel ist ihr noch eingefallen, was sie noch tragen könnte und wo noch ein wenig Stickerei ganz wunderschön wäre…

In meinem letzten Eintrag schrieb ich von Anne Kohlschmidt und den Pupen. Diese Hele nun ist aus den Ideen entstanden, die meine kurze Unterhaltung mit Anne Kohlschmidt, in mir zum wachsen und wuchern gebracht hat.

Wir hatten eine verstickte Zeit, Hele und ich – eingestanden, sie hat mich leicht in den Wahnsinn getrieben mit all ihren verrückten Kleidervorstellungen. Es ist schon speziell mit den Puppen, manche entstehen recht einfach und nüchtern, andere können mich zeitweise zur Verzweiflung bringen, weil erst so gar nichts gelingen will, die Fäden reißen, die Augen werden ungleich … und dann sind sie mir besonders lieb, die anfänglichen Sorgenpuppen. Und dann gibt es selten,aber es gibt sie, die ganz speziellen Puppen, sie entführen mich in eine ganz eigene Welt, anfänglich habe ich eine vage Idee, wie sie werden soll, die Puppe, aber schon bald übernimmt die Puppe selbst das Komando und entführt mich in ihre eigene Welt.

Hele mag den Staub, das Vergehen der Dinge, Nebel, Niesel und den Tanz in blühenden Gräsern. Wir hatten einen gemeinsam , heimlich zauberhaften Morgen zusammen. Kurz vor dem Regen, Berlin auf dem Weg zur Arbeit und Hele und ich im Park – nach getaner Arbeit saßen wir noch ein Weilchen zusammen auf der Mauer und lauschten den Vögeln – und die Welt hielt an und wir mitten im Glück und sahen der Zeit zu, wie sie verschwand.

Jetzt sitzt Hele in ihrer Kiste und wartet auf die Reise und einen neuen Ort, den sie aus der Zeit zaubern kann.

Hele wird meine erste Versteigerungspuppe sein. Am Freitag, den 13.6. geht die Versteigerung los, mir gefiehl das Datum.Versteigert wird über indiecart, um mitbieten zu können muss man sich bei indiecart registrieren.

Ich bin schon sehr gespannt auf diese erste Versteigerung, vielleicht verschwindet Hele auch einfach… würde ihr ähnlich sehen…

was auch immer die Freitagsversteigerung bringen mag, mächtig stolz bin ich darauf, mich durch die ganze Internetindiecartwüste gerungen habe – ich muss zugeben,hier war mehr Glück als Verstand am Werk!

Hele und ich wünschen Euch ein wenig zeitfreie Zeit, geht in den Park ganz früh, vor dem Regen,

die Vögel erwarten Euch

Die Zeit hat mir gut zugespielt, Maria und Anita haben auf ihren Blogs berichtet von unserer Reise, lest es, es ist köstlich, es lohnt sich! So kann ich mich jetzt ganz auf ein paar Rosinen konzentrieren.

Ich hatte ja bereits angekündigt, um was es noch gehen würde:

Kulinarisches

Viel Fleischereifachgeschäfte und Friseure gab es in Neustadt, überhaupt gan sich Neustadt sehr jung und modern,

aber, ein Restaurant zu finden war schwer, sehr schwer, kurz vorm Verhungern und erfrieren haben wir dann noch ein Ristorante entdeckt das nicht Ruhetag hatte und später dann gabs “Spagettieis”, mein Kindheitseis – ich glaub allerdings, dass ich es als Kind nur ein einziges mal gegessen habe und mir beim essen ganz übel war, weil so süß, und wie groß die Freude nach dem Berg Vanilleeis auf ungesüßte Sahne zu stoßen…

Gestärkt gings zur Ausstellung des Gustav-Arnold- Kunstpreises, und hier zum ersten mal kam wirklich das Gefühl auf wir befinden uns auf einem Puppenfestival, allerdings immer noch unbemannt, nur mit dem allernötigsten an Mensch ausgestattet, zwei Damen an der Kasse, 2 Euro. Und wieder,sehr freundliche, lustige Damen.

Viele verschiedenste Puppen gab es zu sehen, und schon ratterten in uns die Ideenmotoren, dies könnte ich ausprobieren, eine solche Technik erklügeln, und und und

und Pupen und Puppen in diese zwei Kategorien teilen sich für mich die Ausstellungsstücke – erst mussten wir lachen, als wir im Flyer zum Puppenfestival über das Wort Pupen stolperten, aber mit zunehmender Betrachtung der Exponate spaltete sich die Puppenwelt für mich in Pupen und Puppen.

Pupen war nicht länger nur ein Rechtschreibfehler

( An dieser Stelle muss ich darauf hinweisen, dass mich vor ein paar Tagen, die mail einer Studentin erreichte, die mir ihre Diesnste als Rechtschreiblektorin anbot, ich habe mich gegen sie entschieden,sie wäre gar nicht mehr zum studieren gekommen vor lauter 1000Rehe lektorieren!)

für mich, Pupen sind ab jetzt, die Puppen für mich, die nicht perfekt sind, die nicht bis ins kleinste Detail ausgearbeitet sind, Puppen die Fehler haben, Puppen die die Fantasie des Menschen anregen durch ihr unperfekt sein, Puppen bei denen sich die künstlerische Hand der Bildnerin durch Freiraum, Freiraum für Fantasie auszeichnet – und Puppen, Puppen sind perfekte fehlerlose Skulpturen, so perfekt, dass sie den Künstler gar nicht mehr durchscheinen lassen und die Fantasie an ihnen stirbt, weil ihr kein Raum gelassen wird.

Mögen meine Puppen immer Pupen sein und keine Puppen werden.

Ist das jetzt eine Puppe oder eine Pupe, mag sich mach eine Leserin fragen? – Das wunderbare an der Kategorisierung von Puppen und Pupen ist – sie ist jedem selbst überlassen !

Eine Bemerkenswerte Frau ist für mich Anne Kohlschmidt, wir hatten ein kurzes Gespräch an ihrem Stand über den Platz den man der Fantasie lassen muss, damit die Puppen leben können – sie hat wesentlich dazu beigetragen, dass aus dem Rechtschreibfehler sich mir eine Welt geöffnet hat.

hier eines ihrer Geschöpfe

und noch eins

und eins im entstehen

Zu einem weiteren Unternehmen gab sie mir einen Anstoß, durch ihre bereitwillige Art uns ihre Technik zu erklären, viele der jungen Puppenmacherinnen hüten eifersüchtig ihre Geheimnisse, um sich vor dem wilden Markt zu schützen.

Sprung zur Preisverleihung.

Auch hier war die Architektur mir wieder eine angenehme Unterhaltung.

Ja, hier gab es Menschen, auf wunderliche Weise füllte sich der ganze Saal, ich weiß nicht wo sie herkamen all die Menschen, richtig international wirkte die Besetzung des Saales, mit einer japanischen Abordnung in wunderschönsten Kimonos.

Bald reiste mein Blick über den leeren Marktplatz und ich begann wieder zu grübeln, wie der sich wohl morgen zum großen Puppenflohmarkt füllen würde, die Menschen im Saal würden es nicht schaffen – und die Lichter, die sich spiegeln in den großen Fenstern…

Max-Oskar-Arnold muss ausschließlich gutes getan haben in seinem Leben – aber was mich nicht losließ war der leere Marktplatz!

Bei der Preisverleihung wurde es dann doch spannend, mit der Jury war ich nicht immer einer Meinung – auf dem Marktplatz zwei dicke Jungs, die gefährlich hoch mit ihrem Ball schossen, und das Kopfsteinpflaster gab benieselt wie es war nicht den besten halt – Applaus – Preisverleihung beendet.

Wie durch ein Wunder, am nächsten Tag, der Markt war voll mit Menschen und zeitzernagten Schätzen, ganz kribblig und beschwingt gings mir in soviel verstaubter Zeitfülle

Bleibt noch vom Spielzeugmuseum zuberichten, das absolut mehr als nur einen Besuch wert ist, nicht zuletzt wegen seines einmaligen Kassierers, Besitzers ?! Welche Funktionen dieser Herr alle inne hatte, ich weiß es nicht, doch er war wie all die Menschen, die wir trafen, außerordentlich herzlich – unteranderem wieß er mich darauf hin, dass Treppen dafür da sind in ein anderes Stockwerk zu gelangen,und auch wieder zurück, sie sind in beide Richtungen begehbar !  Ich staunte.

Wir waren wohl schon nachhaltig überladen mit Eindrücken, als wir in sein Museum gelangten.

Hier einige Eindrücke des Museums

was so alles gebraucht wird, um eine Puppe herzustellen!

Sollte es Euch nach Neustadt ins Spielzeugmuseum verschlagen, nehmt Euch Zeit für ein Gespräch mit diesem angenehm wunderlichen Herrn, es lohnt sich – und grüßt ihn recht herzlich von mir – wie er heißt weiß ich leider nicht.

Zurück im Zug wartete noch eine ganz besondre Rohköstlichkeit von einer ebenfalls ganz besonderen Frau und Puppenmacherin auf uns. Besucht sie und seht was für wunderbare Pupen in ihrer Werkstatt entstehen und schaut was sie uns mitgab:

Und noch ein sehr nützlicher Tip für Euch, gesehen am Ende des Flohmarkts, Puppenreisehelm:

!

Laura

heute war vorgestern! – bald kommt der zweite Teil von Pupen und Puppen…

und ganz arg warm solls auch bald werden…

 

Zwei Tage ,eine Nacht. Puppenfestival in Neustadt b Coburg und Sonneberg. Drei Puppenmacherinnen. Geschichten für zwei Wochen. Ich versuche einfach alles beim Schreiben zu ordnen, denn es stehen schon einige Gedanken in der Warteschleife – meine Wohnung gleicht einer Naturkatastrophe, ein gutes Zeichen  - das bedeutet Inspiration und Inspirationsverwirklichung, der Motor läuft,Holunderblütensyrup,Marmelade,Puppe,Ukuleleunterricht,Seifenblasen – alles zugleich und sofort! – Stopp! Das alles später – zurück zur Reise.

Morgens um drei klingelt der Wecker, etwas später sitzen Maria, Anita  und ich im Zug. Es ist Ende Mai und wir sind dankbar für unsere Wollpullover und unsere Schirme – meiner, rosa glitzernd, ist in Neustadt an der grauen Bahnhofsbank geblieben.

Regen, Nebel und dahinter läßt sich der Thüringer Wald erahnen. Unterkunft im Outdoor inn, Jugendherberge, zwei Stockbetten mit karierter Wäsche, bei uns allen tauchen Erinnerungen an Klassenfahrten auf, aber am nächsten Morgen sind wir uns einig so gut schon lange nicht mehr geschlafen zu haben – wunderbare Matratzen und freundlichstes Personal – absolut zu empfehlen, nur ein bisschen Abseits gelegen.

Abstieg ins Tal. Nebel, Nieselregen, nasse Füße. Erste Begegnung mit Einheimischen – ein Feuersalamander

wir schleichen uns ganz langsam heran, um ihn ja nicht zu verjagen, bald stellt sich heraus, dass er sich gar nicht verjagen lassen kann, viel zu kalt ist es für ihn, nur schleichen kann er.

Weiter abwärts ins Tal, durch Sonneberg.

Hier hat mein Vater einige Jahre seiner Kindheit verbracht und ich stelle mir vor, wie es wohl war damals und was die Menschen hier so gemacht haben – und ob es überhaupt welche gegeben hat – jetzt scheint es keine zu geben, Geisterstadt. Viel Leerstand, blühende Gärten.

Ich stelle mir vor – in diesem Saalbau gab es rauschende Tanzfeste mit berauschten Sonnebergern – dass sie feiern konnten kann ich mir vorstellen, die wenigen Exemplare, die wir zu Gesicht bekommen, sind freundlich und haben einen Schalk im Schuh.

Weiter, keine Menschen, also richtet sich mein Blick auf die Architektur und ich könnte mir durchaus vorstellen hier zu wohnen, irgendwo verwunschen, mit einer großen Puppenwerkstadt und Nachts würde ich dann als Clown durch die verlassenen Straßen spuken – rauschende Feste mit verlorenen Seelen finanziell ruinierter Spielzeugfabrikanten feiern- ein durchaus verlockender Lebensentwurf, doch wohl kaum realisierbar.

Angekommen in der Ratenaustr.bekomme ich Herzklopfen. Hier muss er herumgesprungen sein, mein Vater, mit aufgeschlagenen Knien und seiner Puppe !!? – ich habe mich immer gewundert über dieses Foto.

Jetzt wunder ich mich nicht mehr. Ich habe meinen Vater angerufen und ihm ein Foto von mir vor seinem Kindheitshaus geschickt.

Meine Reisebegleiterinnen und ich waren uns gleich einig, das schönste Haus in der Straße. Während des Telefonats, noch immer im Nieselregen, wurde dann aber klar, falsches Haus – also alle drei umentschieden, das ist das schönste Haus in der Straße

Und was hat das schönste Haus in der Straße mit dem Foto meines Vaters und seiner Schwester und überhaupt mit Puppen zu tun?

So einiges. Meines Vaters Stimme aus dem Telefon: ” Im ersten Stock haben wir gewohnt, ohne Bad, und das in den fünfzigern!- gebadet wurde Samstags in der Küche im Zuber. Zu ebener Erde wohnte Herr Müller, er hat Puppen gemacht, ganz Sonneberg hat Puppen gemacht. Bei den Bauern in den Küchen standen Tröge mit Kleister und Pappmache, zum Puppenmachen. Im Keller haben die Hühner gewohnt. Der Nachbar war der einzige der ein Auto in der Straße besaß, also konnten wir im Winter, wenn der Schnee sich in meter hohen Haufen am Wegrand türmte, die Straße hinunter schlittern. Gegenüber eine Puppenfabrik

( bevor wir wußten das es sich um eine Puppenfabrik handelte haben Maria, Anita und ich davon geträumt uns in dem Gebäude einzumieten und riesige Puppenwerkstädten zu errichten!)

dort haben wir uns als Kinder heimlich ins Stofflager geschlichen und auf den Ballen herumgeturnt, bis man uns entdeckte und hinausjagte.”

Kein wunder ,bei soviel Puppenumgebung, das auch mein Vater eine Puppe bekam – ich muss ihn mal fragen, ob er auch mit ihr gespielt hat!

Wir waren uns dann einig, mein Vater und ich, das er sich wohl damals mit dem Puppengen infiziert hat und es rezesiv in sich trug, mir weitervererbte und es sich dann bei mir als sichtbares Merkmal zeigt – ich also genetisch ist ” das mit den Puppen!”.

Meine Mutter hat natürlich durch ihre Puppenmacherei, meine genetische Prägung verstärkt.

Weiter, beschwingt durch das vernieselte, menschenleere Sonneberg, hier und da Hinweisschilder fürs Puppenfestival, leerstehende Gebäude und nicht vorhandene Menschen.

Der Zug nach Neustadt, Fahrzeit 4Minuten, fährt,leer – bis auf uns.

Ankunft Neustadt

Auch hier: Nieselregen, Leerstand und keine Menschen.

wieder widme ich mich den Vorgärten und Häusern

hier durften so einige Moden ihre Spuren hinterlassen!Wir sind noch immer gespannt und am rätseln wie dieses Festifal so ganz ohne Besucher auskommt?!

Und dann, die erste Begegnung mit der ganz speziellen Art, dem Puppenmensch.Und der erste Besuch bei einem Puppendoktor, wieder ein sehr herzlicher Mensch in einer skurilen Umgebung. Und hier zum ersten mal Menschen, ein Bus voll amerikanischer Puppenmenschen, durchaus sind auch Männer dabei – alle wirken ein wenig gebrechlich, übergewichtig und überglücklich, denn keiner dieser Menschen unter sechzig und alle mitten im Paradies, alte Puppen, Glasaugen,Perrücken, einzelne Gliedmaßen…

alles was ein Puppenmenschenherz begehrt…

morgen dann

kulinarisches

Preisverleihung des Oskar Arnold Kunstpreises

Puppenflohmarkt

und

Begegnung mit einer ganz besonderen Frau

Pupen und Puppen

Maria ließ mich wissen, dass in ihrem Kopf noch vorwiegend ” Gedankenspagetti” bezüglich unserer Reise seien – liebe Maria, bei mir auch, darum zurück zu Hollundersyrup und morgen weiter

erlebnissverdauend

Laura

« Ältere Einträge