Fliegen

Fliegen ist etwas sehr schönes, solange es nicht zum Absturz kommt, und Fliegen an sich sind auch sehr schöne Tierchen mit ihren zarten Flügeln – die Schönheit hört auf, wenn sie kleiner sind als Fruchtfliegen, sich überall befinden und jede feuchte unbedeckte Körperöffnung anfliegen! Am liebsten Augen, gerne auch Wunden, offene Mückenstiche.

Sie erleichtern uns die Abreise ungemein.Da es mir nicht möglich ist sie zu fotografieren, habe ich sie ins Mandala gebannt.

Der Weg und ich plain blue, im neuen Jahr! Gestern war hinduistisches Neujahr, für uns vorallem ein den ganzen Tag andauerndes akustisches Ereignis – voll schwebender Fliegen!

Die Kirche – durchwebt von Fliegen

Unser Bäcker – vier Brötchen 12 Rupi und Fliegen

Am liebsten ess ich die Coconut cookies – Fliegen !

Fliegen,Fliegen,Fliegen – Fliegensaison.

Gedankenmasala

Masala ist eine Gewürzmischung, bestehend aus vielen einzelnen Gewürzen – in meinem Kopf wollen sich nur die einzelnen Gedankengewürze nicht zu einem Masala mischen, soll es ein Fisch, ein Veg, ein Pickle, ein Chai – Masala, was soll es werden?

Doch vielleicht ist das auch schon ein sehr gelungenes indisches Gedankenmasala in meinem Kopf nur von mir nicht erkannt, weil fremd, fremd in dieser bunten Vielfalt und Geruchsintensität.

” Hello my friend”, ” good price, good price,I make you very good price!”

Tender Coconut

Preis für eine Cocosnuss 5 Rupi

Hier bei uns im Dorf 20 Rupi

Am Strand 40 Rupi

unser erster Kassenbon hier

ein wunderbares Steak mit Pommes und Salat 220 Rupi

bestes Zeichenpapier 35Rupi

und weltbester Kugelschreiber, hervorragend zum zeichenen geeignet 10 Rupi

seid Jahrzehnten nicht mehr gezeichnet, wie zeichnet man Sand, Fischernetze? Die Fantasie und das Auge fürs malen,zeichnen verloren.

Glasarmreifen 20 Stück 50Rupi – werden über das Handgelenk massiert, einmal dran, gehen sie kaum wieder runter, es sei denn sie gehen zu Bruch

Rajastan,Jhaipur,Dharamsala,Hampi,der Berg Shivas,Auroville,Tempel mit Affen, Elefanten – alles will ich sehen, Stoffe, den ganz besonderen, einen alten wunderbarsten Stoff von allen, handgewebt,alte Saris,Paläste- alles aufgehoben fürs nächste und nächste und nächste mal.

Meine absolute Lieblingspflanze Kokospalme.Begründung:vielseitig,tender,köstlich für alle Sinne. Die Palmwedel machen Musik,sie gibt Öl für Körper,Haar und Küche,Brennmaterial,Füllmaterial,Palmzucker, hell,dunkel,malzig,das Fruchtfleisch von geradezu erotischer Konsistenz zwischen flüssig und fest bis zur trockenen Kokosraspel, Baumaterial…

Mücken – gut auch sie muss es geben, allabendlich biete ich ihnen mein Blut in Form meiner Füße dar.Sie sind relativ genügsam.

Berlin?

Dort soll es schon blühen!

Roter Staub hier – ob der wieder herausgeht von meinen Füßen- je irgendwann- möcht ich überhaupt das er wieder herausgeht? Sehen schön aus meine Füße, so leicht rötlich eingestaubt.

Schönheit überall.

Farben

langsam werden sie blasser, die Gewohnheit hat eingesetzt

Zu viert auf dem Scooter durch die Nacht – einträchtiger kann man als Familie wohl kaum zusammensein.

Unter uns die Vermieter wohnen zu drei Familien in drei Zimmern – und das sind bestimmt noch luxuriöse Verhältnisse.

Ein Dorf verflattert Orange.

Mangosaft.

Woran erkennt man die Güte von Bananen?

Alle hier auf der Suche nach dem Übersinnlichen – Jackpot wäre die Erleuchtung, Erleuchtung für 10 Rupi!

Und überall die Hoffnung, die eine besondere Substanz zu finden, die uns hinfliegt,mittenhinein ins Jetzt, immer und nie.

Die Erleuchtung und ich, wir haben ein sehr gutes Verhältnis miteinander, ich will nichts von ihr und sie nichts von mir und sollten wir uns eines Tages bei einem kühlen Schluck Kokoswasser doch noch treffen – ich bin mir sicher wir werden prima miteinander auskommen.

Getrocknete Kuhfladen, zu kunstvollen viereckigen Bauten geschichtet, als Brennmaterial – heute ist uns das Gas ausgegangen, ich habe unten bei der Vermieterin die Kartoffeln weiter gekocht, das ich sie einfach so mit Gee/Butter und Salz meiner Familie vorsetzte konnte sie nicht verstehen. Sie ist dann extra noch mit hoch gekommen und hat mir schälen geholfen, und mich ein paarmal gefragt, ob ich nicht doch lieber Kartoffelbrei machen wolle.

Das Meer wird gegen 17 Uhr silbern, quecksilbrig.

Ich lerne ein Lied auf Konkani, sechs Zeilen, unglaublich schwer für mein europäisches Hirn, aber vielleicht schaffe ich es.

Jack und Jill gingen auf einen Berg

Sie hatten einen Krug bei sich ,um Wasser zu schöpfen.

Sie Kommen oben an, sehen den Fluß, freuen sich und schöpfen Wasser.

Dann gehen sie den Berg wieder hinunter.

Unten angekommen zerbricht der Krug.

Gute Nacht, bei Euch ist es 17 Uhr 12

bei uns 22Uhr

die Mücken haben jetzt genug an meinen Füßen getrunkenMein Sohn meinte ich solle nicht so wie ein Biber schauen, als er das Foto von mir machte

Strandzeit beginnt an ca 16 Uhr. Wir Erwachsenen suchen ein windiges Schattenplätzchen auf, mein Großer verschwindet bis zum Sonnenuntergang mit zwei Mädels in den Wellen und mein Kleiner hat seid einigen Tagen eine neue Disziplin entdeckt, Sandbacken. Stundenlang sitzt er im feuchten Sand und gräbt und formt, ganz allein und glücklich.

Meist sind es Brötchen, alle halbe Stunde bekomme ich eine Kostprobe

frische Brötchen in Kokosschale serviert. Dann verschwindet er wieder in seinen Sandbacktempel . Wer vorbeikommt bleibt kurz stehen und wird meist nicht beachtet, wenn die Stehenbleiber all zu lange stehen und fragen wird ihnen ein yes oder good zuteil,meist gehen sie leer aus und verwundert weiter.

Ein kleiner goanischer Junge fing gestern an in engster Nachbarschaft seine Grube auszuheben und war auch gleich glücklich im Sandreich.

Beim “Fullmoon” trifft man sich, um den Sonnenuntergang zu sehen, während der Saison wird sogar geklatscht, wenn sie ganz verschwunden ist im warmen Ozean – einzelne Sonnenmeditierer, Yogisten, Boxer und Läufer lassen sich alle paar Meter entdecken, die Sandlochgräber hat da ihre ganz eigene Sicht auf die Sonne: ” Mama, die Sonne geht gar nicht unter, die geht nur wo anders auf!”, drum wird ihr auch gerne wenn sie verglüht, der Rücken zugewendet.

Die Hunde verjagen die Kühe

und die Menschen fotografieren die Kühe und die Kühe suchen nach essbarem

Auf dem Heimweg noch eine Kokosnuss, zu viert auf den Scooter – während die Sonne an einem anderen Ort wieder aufgeht.

Gestern Erfahre ich, dass blau bei den goanischen Christen Trauerfarbe ist! Erklärt so einiges.

Unser Aufenthalt nähert sich dem Ende, die Hitze nimmt zu und zu und zu, wir ab und ab und haben ein fast unerträgliches Maß an Erholung erreicht!

nach dem lernen und kurz vorm Verdunsten

Morgens um sieben

verdrehter Selbstportrait Versuch – meine Vermieterin hatte mir eine Rose geschenkt und sie mir ins Haar gesteckt und ich habe versucht mein Gesicht und meinen Hinterkopf zu gleicher Zeit zu fotografieren – hier ist alles möglich, auch wenn sich die Beweise meist nicht erbringen lassen.

Namaste

Laura

Plain Blue

Es ist fast Vollmond und die Hunde im Dorf veranstalten ein Konzert, das man meinen könnte es seien Wölfe darunter – doch laut meinem Reiseführer ist der indische Wolf so gut wie ausgestorben, dafür gibt es ja viele freie Hunde, freie Kühe, Katzen,Mücken.

Hier sind die Gärten eingezäunt und alles was Füße hat läuft frei herum und ist meist ziemlich friedlich, zumindest in Goa – allerdings wird  auch an jeder Ecke ein Joint gebaut und Om meditiert – womit ich am ziemlichen Beginn – jetzt haben sich die Katzen unter die Hunde gemischt und es wird richtig spannend- meines Aufenthalts hier in Goa bin: Yogastunde voll Tatendrang, über mir drohend eine Kokosnusspalme, vollbehangen, jährlich sterben etliche Menschen  durch herabfallende Kokosnüsse, rein materiell, droht sie mich mit ihren Früchten zu erschlagen, spirituell läuft mir das Wasser im Munde zusammen, weil ich nicht gefrühstückt habe und träume von der köstlichen Kokosnuss, die ich nach überstandener Yogastrapaze genießen werde – Tender Coconut, mildes Wasser, zartes Fruchtfleisch voll wunderbarster Nährstoffe – when your thoughts drift away just take a deep breath and come back…. ich müsste so tief atmen, dass ich mich gleich in Atem selbst auflöse um meine Gedanken von der Kokosnuss wegzubringen, doch das gelingt mir ja nicht ,da ich ein Yogaanfänger bin und an der nächstbesten Kokosnuss hängen bleibe und mir gleich den Nacken verrenke und erst mal schluss ist für mich mit Yoga. Tage mit steifem Nacken folgen, versüßt durch tender Coconut an jeder Straßenecke – da können sie mir alle kommen mit Om und Joint und Shanti, mein Herz schlägt einzig für Kokosnüsse, und meine Kinder sind auch schon süchtig, mein Jüngster fragt mich täglich über die Kokosnuss Situation in Deutschland aus, leider kann ich ihn mit meinen Antworten nicht wirklich zufrieden stellen. Er gibt aber nicht auf,fragt immer wieder, in der Hoffnung es möge sich ändern mit den Kokosnüssen in Deutschland, wenn er nur oft genug nachfragt.

Das Meer rauscht bis zu uns ins Dorf herüber, zu sehen ist es nicht, wir hören es – Plain Blue ist das Meer nicht, eher silbern,golden in der Abendsonne – Plain Blue ist der Himmel -Plain Blue sollte der Stoff für meine Churida sein – jetzt ist sie Rot, grün,pink,gelb,schwarz und wild gemustert mit Pilzen.

Es wird von Tag zu Tag heißer und vorbei ist die Zeit, da das Wetter tender war wie das Wasser der Kokosnüsse, die Gedanken sind zäh.

Plain blue – immer wieder drifte ich ab von plain blue, wohl das Goasyndrom vom 100sten ins 1000de zu kommen, irgendwo zu landen, nirgendwo – ständig springend in Gedanken, auch wenn sie zäh werden von der Hitze, zähes Gedankenzeitlupenspringen.

im Bus nach Mapusa

Plain blue – in Mapusa auf Einkaufstour mit Fulla, meine wunderbare Stütze durch den Anfang all der Bundheit, Nichtverstehen des Alltags hier, wundern über alles, am meisten über Farben und das verlieren meines Bewertungssysthems was gefällt mir was nicht – wie entscheiden in all der Vielfalt ? Eine Churida, traditionelles indisches Kleidungsstück bestehend aus einer Hose,Tunika und Tuch wollte ich haben – plain blue ! Also hinein in all die Stoffläden, so ganz verstehen konnte man mich nicht, das ich so gar kein Muster wollte und dann auch noch aus Baumwolle… schließlich fand ich genau meinen Stoff, doch war er leider gerade nicht da, außer auf der Farbkarte, der nächste Laden hatte ihn dann, nur erschien er mir nicht sehr baumwollig, doch, doch unbedingt, die Meter abgemessen – ” are you sure it is cotton sir?” “yes yes mam” – abgeschnitten und da seh ich auf den Stoff gedruckt 60 % Polyester, 40% Viscose – da hat sich sofort meine europäische Empörung aktiviert, die der Verkäufer mit einem freundlichen ” no problem mam, no problem, you dont have to take” gleich im Keime zu ersticken wußte.

Also wieder hinaus in den nächsten Laden, hier gabs fertige Churida Kombipakete zu kaufen und zwei unglaublich schnelle, geschickte Verkäuferinnen.

Schnell,bunt, gelb, grün, rot,lila,blumen,punkte,schwarz,silber,pilze,gold,blau,orange,lila – knister, knister alles in Zelophan, schnell war mir klar, hier würde ich nicht raus gehen ohne etwas gekauft zu haben, gut, dann die Farbkombination orange- blau , plötzlich war alles orange in den Augen der Verkäuferinnen, grün war orange, türkis war orange, gelb war orange und braun war orange, und Pilze waren orange – Pilze!- halt plötzlich tauchte ein ruhiger beschaulicher, europäischer Wald mit Pilzen vor mir auf ” I take this!” und nix wie raus.

Ich gab mich geschlagen, Pilze auf grünem Grund können mit ein wenig Fantasie auch plain blue sein.

Weiter über den Markt vorbei an Glasarmreifen, getrockneten fischen, lebenden Hühnern, Gemüse, Berge an Blüten, plattgetretenen Ratten,

schlafenden Hunden, bettelnden Händen und unmengen Churida tragenden Frauen, denen ich allen nachsah mit der Frage im Kopf ” wie konnte sie sich genau für diese Farbmusterkombination entscheiden?”

Und dann wollte ich mich doch nicht geschlagen geben, ein bei mir selten erwachender Kampfgeist führte mich direkrt in den nächsten Stoffladen – plain blue cotton- und hinaus kam ich genau mit dem was ich von anfang an wollte – plain blue cotton-

nach einigem tragen werde ich immer unsicherer was das cotton angeht, ob überhaupt auch nur ein Prozent cotton in diesem Stoff ist, aber plain blue das ist mir geblieben. Und ich bin froh darüber – der fehlende Baumwollanteil ist mein europäisches lehrgeld an Asien.

Jetzt laufe ich also abwechselnd in plain blue und pilzredgreenpinkblackyellow herum und möchte sie gar nicht mehr ablegen diese bequeme Kleiderkombination, mir graut schon vor der engen graugraugrau Mode in Berlin.

Anfangs habe ich neidisch auf die Hippies in ihren frei wallenden Gewändern geblickt wußte aber gleich – das werde ich nicht tragen, bei aller Bequemlichkeit nicht- und jetzt schaut die goanische Bevöllkerung mich ganz begeistert an und an allen Straßenecken wird mir vor allem von Frauen zugeraunt ” good indian dress”, ein Ladeninhaber ließ mich auch gleich wissen   ” your dress good dress, this dress not good dress! ” und er deutete auf eine fast gar nicht bekleidete Russin, ich darauf ” this is no dress, this only belt!”, er ” yes yes !” .

Hier wurden meine plain blue und phantasy plain blue churidas gefertigt

Bei all meiner Anpassung an die goanische Bevölkerung bin ich natürlich auch in so manches Fettnäpfchen hinaingefallen.

Ganz stolz über meine Churida Komplimente bin hab ich mir die frisch gekaufte 5Liter Wasserflasche auf den Kopf gestellt und bin erhobenen Hauptes ins Dorf marschiert. Bei unserem Haus empfing mich schallendes Gelächter aus mehreren Frauenkehlen, ach die fröhlichen Menschen hier dacht ich mir, wollte gerade mitlachen als mich unsere Vermieterin darüber aufklärte das man das nicht macht, das Wasser wird auf der Hüfte getragen und ich mache mich gerade zum Gespött der versammelten weiblichen Dorfgemeinschaft.

Ich bin jetzt ein wenig vorsichtiger mit der Anpassungseuphorie geworden…

 

 

OM

 

Die Zeit vergeht hier, ohne das jemand größere Notiz davon nimmt. Mein Handy ist ausgeschaltet, nur alle paar Tage schalte ich es kurz ein, um zu sehen, ob jemand aus der alten Welt versucht hat mich zu erreichen, die Einschaltabstände werden immer größer, eine Uhr habe ich nicht, und wenn ich wie jetzt, selten genug, an meinem Computer sitze ist die Uhrzeit mehr als absurd. 4 Uhr 22 jetzt, doch draußen strahlt die Sonne, die Vögel konzertieren.

Wir sind umgezogen, weg von den Erleuchtung oder Party, oder beides suchenden Touristen, einen Kilometer hinein zu den Goanern und den Langzeit Westernpeople, die vielleicht auch ein bisschen Erleuchtung suchen, aber doch ein wenig diskreter, als die Menschen am Strand.

Unser neues Domiziel ist in einer Farbe gestrichen, die sich direkt auf der Grenze zwischen Lila und Pink befindet. Auf unserem Esstisch ein russischer Birkenwald.

Unser Zuhause von meinem Mangobaum aus gesehen.

wir wohnen im zweiten Stock.Vorderansicht, nach hinten raus geht der Blick zu meinem Mangobaum

Vor unserem Fenster mein MangoMilanpausenbaum. Bis zu zwanzig Milane sitzen zeitweise in meinem Baum, der natürlich nicht mein Baum ist, aber wir haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Ich bin sein Mensch, er ist mein Baum, bis wir es nicht mehr sind. Gestern saßen auch die Affen im Baum neben den Milanen, nachdem sie Frühmorgens am Gitter des Kinderzimmers aufgetaucht sind und die Kinder uns mit aufgeregtem „ Affen,Affen – die Affen sind da“ geweckt hatten.

Unser neues zu Hause ist neben der perfekten Grenzfarbe mit zwei Toiletten inklusive Dusche, aus einer kommt sogar warmes Wasser, drei Zimmern, einem riesigen Kühlschrank, der uns bei jedem Öffnen durch einen Aufkleber erinnert „ Never Stop Loving“, zwei nach Schimmel stinkenden Matratzen, zwei Terrassen, auch mit zwei Gaskochstellen ausgestattet, auf denen ich versuche goanisch zu kochen.

 

Dank Fulla gelingt es mir immerhin so gut, das das gekochte Gemüse nicht mehr auf den Kindertellern liegen bleibt.

Die mitgebrachten Bücher verstauben friedlich rotrosa. Sobald es dunkel wird zieht es uns in die Betten, die schimmligen Matratzen haben wir auf den Balkon verband, was unsere Vermieterin nicht wirklich verstehen kann, wahrscheinlich riechen hier alle Matratzen klimabedingt irgendwann nach vergessenem Wasser .

Wenn die Sonne zurückkommt wachen auch wir auf.

Zum Frühstück Masala Chai, mein Mann hat seine morgendliche Suche nach gutem Kaffee eingestellt, hier gibt es nur Neskaffee, Poridge oder Müsli, dann lernen. Homeschooling. Schriftlich multiplizieren beschäftigte die ganze Familie einige Tage, jetzt haben es fast alle verstanden und auch schon wieder vergessen – der Wind bringt einiges mit sich und weht auch einiges wieder fort. Dinge, Gedanken, nichts ist vor ihm sicher.

Nomen, Adjektive, Verben, was wird wie und warum wie geschrieben – schwer zu erklären, da es mir ja selber ziemlich egal ist – aber wir verstehen jeden Tag ein bisschen mehr. Auch das Einmaleins hängt zumindest an unserem Kühlschrank, paar Zahlen auch in unseren Köpfen.

Mittagessen: Curry.

Ein wenig herumlungern. Manchmal Strand. Gestern Sonnenbrand. Abendessen. Nachtgeräusche höhren. Mücken, die ins Moskitonetz eingedrungen sind verfluchen, killen. Schlafen. Und ein neuer Tag. Trägheit Hitze und immer Wind, darum wunderbar.

Einfach dasein, vor sich hinleben, alltägliche Dinge tun. Meine Gedanken sind größtenteils inaktiv, da es so viel zu sehen, riechen gibt, alles wird gespeichert und liegt noch unbearbeitet. Nur die Kinder finden hin und wieder die Kraft zum Streiten.

Läuse waren auch schon da, Haare ab. Eine große Kakerlake, tikkerte über unsere Fliesen, ich habe sie verschwiegen, jede kleine Spinne löst noch Geschrei bei meinen männlichen Familienmitgliedern aus. Und das Gekkos nicht getötet werden, sondern Verbündete in unserem Kampf gegen Mücken, braucht auch noch einige Überzeugungsarbeit meinerseits.

Viele Menschen und kein Geschrei, keine laute Musik, kein lautes Gelächter, der Straßenverkehr hat einiges zu bieten, wir sitzen zu viert auf einer Vesper, ich habe auch schon eine sechsköpfige Familie auf einer Vesper gesehen, es wird gehupt, doch auch das geschieht freundlich zurückhaltend und wird als Hinweis zum Überholen, „ Achtung ich komme um die Kurve, Achtung ich bin Hinter dir, oder Vorsicht ich biege jetzt ab“ gebraucht, hier flucht keiner im Verkehr, selbst mein Mann nicht. Ich halte mich noch lieber an meine Füße, und wenn Vesper, dann nicht mehr als 40kmh.

Frischkäse selbstgemacht – teilgelungen – Salz hat gefehlt

Immer wieder erwische ich mich ,wie ich versuche eine Reihenfolge in die Geschehnisse zu bringen, doch es ist unmöglich, nicht nur die Zeit, auch die Richtung ist mir hier verloren gegangen. Überall geschieht etwas parallel, und verzweigt sich wie mein Mangobaum  vor dem Fenster. Erst das Flugzeug mit Spielkonsole und 1000 Filmen, die Mangobaumwurzeln, Goaflughafen, der Stamm, die Hunde friedlich zwischen all den Koffern, die ersten Äste, Taxifahrt, Farben, Vegetation… Blätter, Äste und die Milane, die sich auf den Ästen niederlassen… da bleibt mir nur die Arme zu erheben, mich lachend zu ergeben, tief einzuatmen und mich mit einem OM zu verabschieden –

 

Om – gestern war ich zum ersten mal beim Yoga, auch eine Geschichte, ein Rabe auf meinem Mangobaum… aber dazu ein andermal

 

Übrigens, die Schwalben sehe ich schon seid Tagen nicht mehr, sie haben sich wohl schon auf den Weg gemacht, zu euch nach Europa

Bilder heute leider nicht – Internet funktioniert nur sporadisch und Bilder hochladen gar nicht – vielleicht kann ich sie morgen nachliefern, vielleicht nicht

Strandvögel

Seeadler

Seeadler und Krähe

Fischer

Fische

die Worte werden weniger ,die Hitze nimmt zu

uns gehts gut

Mücken gibts auch

bald Umzug ins Hinterland zu Schwalben und Milanen

 

Hier die Bilder zu gestern

unsre Unterkunft

die Waschmaschine von meiner Morgengeräuscheliste

unser guesthouse mit esoterischer pinnwand

Unkraut

Weg zum Strand

fast am Strand.

Meine Akku ist fast leer, also schnell:

“Nichts bleibt so wie es ist” – das Motto eines sehr erfolgreichen Gurus, irgendwo hier in Indien, so erzählte mir eine Freundin kurz vor der Abreise. Besagter Guru lässt seine Schüler den ganzen Tag nur über dieses einen Satz meditieren.

Ich habe mir dieses Motto für die Zeit hier, zu eigen gemacht und hoffte im sicheren Deutschland, dass es mich über lange Toilettenbesuche,Busfahrten,Staub und was sonst noch so geschehen kann hinwegsein läßt – bin gespannt-

Akku nun so gut wie ganz leer

Nichts bleibt so wie es ist

Laura

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