Januar 2013

Puppenklausur

Die erste Schulwoche in diesem Jahr habe ich zur Puppenklausur genutzt und getüftelt. Füße und Gesicht wurden einer besonders intensiven Tüftelkur unterzogen. Ein erster Eindruck wie sie vielleicht werden könnte meine Sulamit

und dann kam mal wieder alles in anderen Farben daher.

In Wollen- Farben.

Ein wunderbarer Wollladen in Berlin Friedrichshain, mein neuer Lieblingswollladen, mit ganz besonderen Garnen, wie sie mir zuvor noch nicht begegnet sind – ein Besuch lohnt sich unbedingt.

Zurück zu Sulamit, eine weitere Woche tüfteln und Stricken und nähen und Sticken und heute kann ich sie Euch endlich zeigen

wir haben uns in die Kälte gewagt, um ein paar helle Bilder zu bekommen, trotz dem grauen Himmel. Sulamit war ausgesprochen geduldig und kälteresistent, mir waren die Finger steif gefrohren nach zehn Minuten und ich musste mein neues Puppenkind sehr überreden wieder mit mir hinein zu gehen, ich glaube sie ist ein Schneekind ,eine Eisprinzessin.

Während meiner Puppenklausur bin ich wieder auf Sulamit Wülfing gestoßen, als Kind liebte ich ihre Bilder sie haben mich in stundenlange Träumereien und Märchenwanderungen versetzt,später fiehlen  sie dann in einer nüchternen Phase meines Lebens  der Schlichtheitszensur zum Opfer. Als ich mir die Bilder so anschaute, merkte ich, wie ich unbewusst seid Jahren versuche genau diesen ernsten, tiefen Ausdruck in meine Puppengesichter zu sticken, der mich früher an den Bildern Sulamit Wülfings so fesselte. Noch bin ich auf der Suche nach meiner eigenen Form, aber jetzt weiß ich wo ich sie zum ersten mal gesehen habe,diese Augen, die so viel erzählen und in mir seid meiner Kindheit herumspuken und ihre eigenen Geschichten erzählen wollen.

Später dann, als ich begann Puppen zu nähen bin ich auf Elisabeth Pongratz und ihre Puppen gestoßen, und auch hier wieder etwas im Ausdruck das mich nicht los ließ, ich aber nicht wußte warum – jetzt weiß ich es, es ist der gleiche Ernst, die gleiche Tiefe die mich schon als Kind so bei Sulamit Wülfing faszinierte.

Immerhin zu dieser Erkenntnis hat sie mich geführt die Puppenklausur. Und jetzt wißt ihr auch warum Sulamit Sulamit heißt und ich immer weiter tüfteln muss und in Klausur gehen muss um ihn zu finden, den perfekten Ausdruck, den Geschichtenversenkungsblick meiner Kindheit.

Auch Sulamit hat wieder ganz viel von meiner Zeit bekommen und ich habe es genossen, sie langsam unter meinen Händen Gestalt annehmen zu sehen und natürlich ist sie ganz anders geworden als auf meiner Skizze, sie haben nun mal ihr eigenes Leben die Puppen.

Die Schuhe sind aus Alpaka um eine Krokodielledersohle herum gehäkelt und bestickt mit Seide, Mohair und Perlen, verschließen lassen sie sich mit echten Glasknöpfchen.

Sulamits Kleid ist aus einem Mohair-Seide-Wollegemisch gestrickt

Und unter ihrem Kleid trägt sie eine Hemdhosenkombination aus alter Spitze und Stickerei.

Wir haben zauberhafte Stunden miteinander  verbracht, möge sie auch in ihrem neuen Heim von diesem Winterzauber viel verbreiten.Sie ist in meinem Etsy oder Dawandashop erhältlich.

In meinem Kopf spukt schon wieder etwas herum, gelb und rosa – ich bin gespannt was für eine Puppe das wohl wird, das einzige was ich jetzt schon weiß, sie wird wieder viel Zeit brauchen, und darauf freue ich mich, den Puppen von meiner Zeit zu schenken und mich nicht abzuhetzen.

eine gute Schneezeit wünsche ich Euch

Laura

Puppenkurs

Schon bin ich wieder eigentlich zu spät, und diesmal wollte ich ganz sicher,ganz rechtzeitig sein mit der Ankündigung meines diesjährigen Puppenkurses. Er findet am 23. und 24. Februar statt, und was mich besonders freut,diesmal in den Räumen des “Theater am Schlachthof” in dem ich sonst spiele, hier schließt sich ein Kreis für mich, hier wird es rund!

Anmeldungen schickt mir am besten per email.

Vorab ein Foto meiner Puppenklausur, ich bin eine Woche lang abgetaucht, solange die Kinder in der Schule waren, und habe getüftelt, es juckt mich in den Fingern meine Puppen zu verändern, damit die Arbeit an ihnen lebendig bleibt.

Sobald die erste “Neue” fertig ist zeige ich sie Euch,doch noch ist sie nackt und ich verbringe die Abende strickend.

erste Idee

erste Fußversuche

Näheres zum Puppenkurs findet ihr unter Kurse bei weiteren Fragen einfach mich anrufen ,oder mailen.

Ich freue mich auf zwei arbeitsreiche Tage mit Euch

herzlich

Laura

jetzt ist sie fertig, meine erste Puppe des Jahres 2013, und sehr geduldig war sie, lange,lange hat sie ausgeharrt auf meinem Arbeitstisch und auf Kleider gewartet und auf eine ordentliche Naht,anstelle der Stecknadeln.

 

für 180€ ist sie in meinem etsy shop erhältlich.

möge sie ihre wunderbare Geduld mit in ihr neues Zuhause nehmen.

herzliche Grüße

Laura

Hier ist sie nun die angekündigte Überraschung, der Anfang einer Geschichte die immer weiter gehen soll, so weit wie mich Phantasie und Zeit eben tragen,drum kann ich auch nie sagen, wann es die nächste Folge geben wird. Die Geschichte ist für Eure Kinder ihr könnt sie ausdrucken und  vorlesen, vielleicht wollt ihr sie Euren Kindern auch selbst weitererzählen mit Eurer Zeit und Phantasie, oder die Kinder erzählen sie weiter… mein acht jähriger Sohn hat sich schon ans Werk gemacht mit Taschenlampe im Bett,ich bin gespannt!

Eine gute Woche wünsche ich Euch allen

Laura

Schneckenköpfchen und der Zauberschlüssel

Meine Kinder wollen immer Geschichten hören, von Früher .

Bis jetzt antwortete ich stets: “habe ich vergessen!”.

Das war schon zu Schulzeiten mein Zaubertrick,wenn meine Mutter mich fragte, wie es denn in der Schule gewesen sei, antwortete ich ihr immer: “habe ich vergessen” denn ich war Mundfaul und bin es bis heute geblieben, nur mit dem Stift in der Hand und einem Papier unter der Feder,da war das Vergessene erinnert und wie von selbst schrieben Feder und Papier meine “vergessenen” Geschichten – jetzt ist es an der Zeit euch Kindern zu berichten von all dem Sonderbaren,das sich zu trug in meiner Kinderwelt, meinem Kinderzimmer, meist des nachts wenn ich schlief.

Und warum weiß ich von dem geheimen Geschehen in meinem Kinderzimmer, da ich doch tief und fest schlief und  alles zum 12.Glockenschlag begann?

Ich hatte eine kleine Petze, eine kleine gute Fee!

Wie kann denn aber eine kleine Petze eine gute Fee sein?

Alles hat viele Seiten und wird von jedem Betrachter anders gesehen, so kommt es,dass dies kleine Wesen mir eine gute Fee war, dem Treiben im mitternächtlichen Kinderzimmer aber eine Petze, denn sie verriet mir alles was sich dort zutrug, all die Feste, Abendteuer und Begebenheiten.

Doch bevor ich von all den Wundern berichte, sollt ihr erfahren wie sie zu mir kam, die gute Fee, die kleine Petze.

Meine Mutter nähte Puppen für meine Geschwister und mich, so wie ich heute Puppen nähe für meine Kinder,für Euch,für Kinder überall auf der Welt. Meine Mutter nähte Mädchen und Buben, Maria und Josef, die Sieben Zwerge, nur das Schneewittchen,das hat sie bis heute nicht genäht, doch die sieben Zwerge führen auch ohne das Schneewittchen ein ganz vergnügliches Leben.

So nähte meine Mutter für einen Weihnachtsmarkt viele kleine Püppchen, handgroß in bunten Anzügen. Eines dieser Puppenmädchen hatte es mir besonders angetan, ihr Anzug war aus streichelweichem, rosafarbenem Stoff mit vielen Blümchen darauf, um die Ohren trug sie zwei  Haarschnecken wie eine dicke Wintermütze.

Sie lag in einem Korb mit all den anderen Puppen possierlich aufgereiht auf dem Arbeitstisch meiner Mutter. Ich schlich um den Tisch herum, wie der Fuchs um die Gans. Zwirbelte Nähgarn um meine Finger, bis sie ganz blau wurden, ich löcherte meine Mutter mit Fragen, bis sie ganz durchsichtig war und fast davon geflogen wäre. Immer ging es um dies eine Püpplein, mit den Schnecken um den Ohren, dem zauberweichen Anzug und dem lieben Gesicht.

Trotz allem Bitten und Betteln, und Drängen und Flehen meine Mutter wollte es mir nicht überlassen dieses Püppchen, ich könne mich doch unmöglich um ein weiteres Puppenkind kümmern, sei es auch noch so klein, schon so viele andere Kinder warteten auf meine Liebe und Pflege.

Kathrinchen aus Spanien,Juliane aus Erda,Zwerge,Bären, Handpuppen es waren doch all zu viele.

So unerbittlich kannte ich meine Mutter gar nicht, war sie doch sonst immer leicht zu bewegen für ein Stück Stoff das gar so nötig als neue Puppentischdecke gebraucht wurde, einen Verkleidungsausflug in ihren Kleiderschrank und ihre Schmuckkiste, ein Stück Schokolade, ein neues Kleid für die Puppen, ein weiteres Puppenkind. Doch dieses eine mal nicht, da blieb sie bei ihrem nein und ich wusste nicht, ob ich mich wundern,oder ärgern sollte über die ungewohnte Strenge.

Am nächsten Tag stand das Körbchen mit den Puppen auf dem Marktstand und mein liebstes Kind mitten im Puppenreigen zum Verkauf dargeboten.

Viele Menschen kamen zum Stand und gingen mit verschnürten Paketen wieder von dannen.

Ich blieb wie angewurzelt neben dem Körbchen mit “meiner” Puppe und die Tränen kullerten mir die Wangen hinunter.

Doch meine Mutter ließ sich nicht erweichen.Nach einigen Stunden Steherei konnte ich es nicht mehr bewachen mein Schneckenköpfchen, die Tränen nahmen mir die Sicht und als ich es endlich wagte sie weg zu wischen,dafür musste ich die Augen für wenige Sekunden schließen, die Augen wieder offen galt mein erster Blick dem Puppenkörbchen und zwischen all den bunten Anzügen klaffte nun eine schreckliche Lücke – nur noch ein Hauch zarten Rosas war zu ahnen, dieser Hauch, doch auch er war bald verschwunden, war alles was übrig war von meinem Schneckenköpfchen – sie war weg- wohl in einem der vielen verschnürten Päckchen davon gereist, weit weit weg unter einen fremden Weihnachtsbaum.

Ihr könnt euch denken, die nächsten Tage waren trüb für mich, auch wenn sich draussen Sonnenstrahl und Schneekristall zum Tanze trafen und lustig über die Felder wirbelten. Die Tannen sich unter ihrer Schneedecke bogen und zu rufen schienen:”schüttle mich, der Schnee wird mir all zu schwer, ich will in deiner Stube stehen mit Gold und mit Kerzen geschmückt!”

Sollten sie nur rufen die Tannen und die Sonnenstrahlen tanzen, meine Gedanken galten einzig meinem rosa Schneckenköpfchen, das mich so vertraut und dringlich angesehen hatte, als müsse es mir unbedingt etwas mitteilen, was ich nun nie erfahren würde.

Drei Tage vergingen, die Nase war mir eingefrohren vom vielen am Fenster sitzen und hinaus starren.

Es war Heilig Abend, das Glöckchen klingelte, das Weihnachtszimmer öffnete sich und ein Christbaum mit Kerzen und goldenen Sternen stand vor mir und hütete unter seinen Zweigen fünf kleine Päckchen für jedes von uns fünf Geschwistern eines.

Von einem der fünf Päckchen ging ein ganz zartes,rosa Strahlen aus, oder täuschte ich mich?

Endlich, wie drei Ewigkeiten zugleich kam es mir vor, doch dann endlich waren die Christlieder gesungen, das festliche Mahl eingenommen und die Geschenke durften geöffnet werden.

Was war wohl in meinem Päckchen?

Ihr werdet es wohl schon erraten haben – das Päckchen mit dem rosa Schimmer war meines und als ich das Papier mit zitternden Händen auseinander schlug lag da- mein Schneckenköpfchen!

Ganz bald will ich Euch erzählen was das wunderbare war an meinem Schneckenköpfchen,meiner guten Fee, der kleinen Petze.

nun ist es da das neue Jahr – ein wenig zu mild und verregnet, aber wir wollen nachsichtig sein,es ist ja noch jung,wie soll es da wissen das neue Jahr,das es klirrend kalt sein muss im Januar, aber vielleicht lernt es ja schnell und wir bekommen noch ein wenig Schnee und Frost.

Ich wollte mich voll Arbeitseifer hinein stürzen in das Jahr 2013, doch wieder einmal kommt alles anders, der Scharlach hat sich auch meiner angenommen, und so heißt es langsam und besinnlich das Jahr beginnen und die Arbeit muss erst mal ohne mich auskommen.

Weihnachten verlief fast bullerbüh bilderbüchlich.

Wäre da nicht das strahlende Frühlings Wetter gewesen am 24.12.

und der Scharlach und der Magendarmvirus,ach und natürlich die Läuse!

Für jeden von uns war etwas dabei und wir haben auch fleißig getauscht und weitergegeben,aber gestritten haben wir uns nicht und nicht verletzt und beleidigt, was ja auch gerne geschieht an Weihnachten und so war dies ein gelungenes Fest.

Mit meinem Bruder auf Christbaumsuche, da wäre es fast zum Streit gekommen, er warf mir vor ein all zu großes Herz für Opfer und Krüppelbäume zu haben, und ich konnte seinem Wunsch nach geradem Wuchs nur bis an die Wurzeln einer Blautanne nachgeben,weiter wollte ich nicht – ich kann doch nicht …wie grün sind Deine Blätter… singen, wenn der Baum ganz blau ist – und dann die letzte Strophe…dein Kleid will mich was lehren… ein blauer Tannenbaum!!! was will der mich lehren,da vielen mir nur die vielen leeren Weinflaschen ein die jeden morgen vor dem Wohnzimmer standen,welches sich jede Nacht zu einer Pokerhöhle  für Opa,Onkel,Brüder,Gatte und zuletzt sogar meine Schwester verwandelte.

Da wuchs er dann ein wenig wichtelig unser Tannenbaum,der Geschwisterfriedenretter!

eine Zuckerhut Fichte

auch serbische Tanne genannt

nach dem Schlagen wurden wir bewirtet mit Würstchen und Glühwein und da wir von so weit her kamen und wir so viele Kinder mit uns hatten wurde der Baum ganz unverschämt billig und die Kinder durften noch die Krippe im Gärtnershaus ansehen, und wollten gleich dort wohnen bleiben auf dem Land mit all der Jdylle und bloß nicht zurück in die Stadt.

Die Stille vor dem großen Sturm

Wie habe ich mich gefreut diesen kleinen Kerzenhalter Engel wieder zu treffen, all Kindheitsweihnachtsfeste war er zugegen und ist ein stiller,lieber Zeuge gewesen,er hat mir ein paar Gedanken eingeflüstert zu der versprochenen Überraschung, schon ganz bald in den nächsten Tagen wird es sie geben…

Sylvester

konnte ich ,dank Streptokokken gemütlich vom Sofa aus erleben und nichts drängte mich nach draußen zur einmaligen ,unvergesslichen Party.

Der Himmel klar,Wind und Feuerwerk und explodieren im Himmel,wie ich es in Berlin noch nie erlebt habe,ist doch alles mit orangenem Dunst überzogen und kein Licht mehr zu sehen an Sylvester in Berlin.

Möge dieses Jahr gesegnet sein und seien wir offen für alles was es bringt.

In nächster Zeit wird es noch recht still zugehen an meinem Arbeitstisch, und all die jenigen, die schon lange auf eine mail von mir warten möfgen sich auch noch gedulden, solange die Streptokokken mir im Halse tanzen muss ich alles langsam angehen, auch wenn schon ein ganz ungeduldiges Puppenkind auf meinem Tisch sitzt und bittet und bettelt ich möge ihm die Stecknadeln doch endlich durch eine ordentliche Naht auswechseln.

seid herzlich gegrüßt

Laura