Genesen genießen

Das schönste an einer Krankheit ist doch das Genesen! Und dieses Genesen genießen ist eine Kunst die Zeit braucht. Zeit zum nichts tun. Auch schön ist der Anfang , wenn er denn ordentlich fiebrig daher kommt und ein Wegdämmern in Traumreiche erlaubt. Schön geschwächt und so fiebrig das nichts anderes geht als sich dem Fieber ergeben. Dies ist allerdings ein äußerst kurzer Zeitraum, ein kurzes Glück, wie das ja ein wesentlicher Bestandteil des Glücks ist, seine Kürze, oder doch gleich Zeitlosigkeit. Natürlich kommt nicht jede Krankheit mit einem solchen Fieberglück daher und dann kommen eben auch gleich die ganzen Schmerzen und das Leiden und… davon will ich gar nicht weiter schreiben… doch dann das Genesen! Im Bett liegen bleiben mit gutem Gewissen, ein Stapel Bücher neben sich, heißer Tee, keine Emails, keine Termine, ein dem Alltag für schwere Münze abgetrotzter Sonderurlaub.

Nein, ich habe ihn mir nicht gegönnt den Sonderurlaub, diesmal waren die Kinder dran. Kurze Erkältung, schnell das Fieber und dann der Genesungsgenuß! Der Jüngere verkündete er wolle jetzt auch eine Puppe machen, mit 12 Jahren! Von Früher kannte ich es noch, da haben sie sich gerne neben mich gesetzt und eine abstrakte Lumpenform meiner Puppen hergestellt, doch diese Zeit, so dachte ich, sei lange vorbei, aber nein, noch mal eine Puppe nähen.

Ich verhielt mich äußerlich ganz ruhig und im Innern dreht mein Herz Saltos  vor Freude, diese innige Werkerei noch einmal erleben zu dürfen.

” Du nähst Puppen? Das ist doch Mädchenkram!” sagt mein Mann mit Schmunzeln ( er kann nicht anders Provokation ist in seinem Sternzeichen verankert)

Sohn: ” Pappa, das ist kein Mädchenkram, das ist gut für die Geschicklichkeit!”

Vater: “Hast recht, bescheuerter Kommentar von mir!” ( glücklicherweise ist seinem Charakter auch eine ordentliche Portion Einsicht beigemischt)

Zeit vergeht in Eintracht und Werkelkraft.

” Puh, jetzt brauch ich aber mal ne Pause!” sagt der Sohn legt die Puppengliedmaßen nieder, holt  erst den Zauberwürfel ratsch,ratsch,ratsch ,dann seinen Tennisschläger.Dong, dong,dong. Auf dem Bett , gegen die Wand.

” Mama darf ich mich dabei  mit Selbstauslöser fotografieren? Ich muss meinen Bewegungsablauf verbessern!”

Und dann wird verbessert und verbessert und somit die Genesung zur wiederhergestellten Gesundheit.

 

 

Das war der heitere, der genossene Teil der Genesung, wenn ihr euch auch manchmal fragt, was ist eigentlich los mit unserem Gesundheitswesen, dann hier zwei Türen die in den Dschungel führen. Zwei Beiträge, in denen es im weiten Sinne um die Gesundheit geht, aber dort nicht aufhören, den Gedanken überhaupt zu unserer Gesellschaft und deren allumfassenden Gesundheit wandern lassen. Zur seelischen Gesundheit, Menschlichkeit? Und wieder zurück zu mir und meinem kleinen Universum und meiner eignen Handlungsfähigkeit, meinem eigenen kleinen Wissen und noch mehr, dem großen Nichtwissen. Also, seid ihr bereit für ein Abendteuer – dann klickt hier und hier - wenn lieber doch das Genesen genießen, besser keine Klickerei !

Eine gute Gesundheit Euch allen, und am Wochenende raus auf die gefrorenen Seen, Sonne tanken!

herzlich

Laura

P.S. Die “Mädchenkrampuppe” hat zwei Beine, zwei Arme und einen Schlauchverbandkopf, ob sie je fertig wird?