Inferno Basel

Auf meinem ersten Weg zum Rhein ist mir dieses wunderbare Graffiti “Infernobasel” begegnet und somit war das Schicksal dieses Kurses besiegelt. Mit Pauken und Trompeten haben wir genäht und gestopft und gestickt und gedrückt und gezogen und gerollt bis diese einzigartigen Wollstoffwesen auf dem Baumstamm platz nehmen konnten. Konzentriert und doch mit genug Zeit für Gespräche haben wir gearbeitet und immer wieder wurden wir von einer Schar Kinder besucht die schon bespielte Puppen vorbei brachten und zusehen wollten wie das vor sich geht so eine Puppengeburt. Als es dann so weit war standen die Mädchen wie gute Feen aus dem Märchen neben jeder Puppe die fertig wurde und begrüßten sie mit Oh und Ah… was für ein willkommenschor!

Der Veranstaltungsort, der uns von einer Teilnehmerin zur Verfügung gestellt wurde hätte idealer nicht sein können, ein großer Raum, ebenerdig, so dass sich der Coronaabstand zwischen allen Arbeitsplätzen ohne Probleme einhalten ließ, die Türen immer offen und irgendwann saßen wir alle draußen unter freiem Himmel, die Sonne schien und viele köstliche Anekdoten machten die Runde. So zum Beispiel wie das Coronavirus endlich dingfest gemacht werden konnte, ihr wißt es vielleicht noch nicht, aber Corona ist kein Thema mehr ( das sind keine Fakenews!) :eine Teilnehmerin erzählte uns wie ihre dreijährige Tochter ganz konzentriert auf dem Asphalt herumlümmelte und plötzlich sehr aufgeregt rief ” Mama,Mama, ich habe es, ich hab das Coronavirus gefunden!” ( das ganze natürlich auf Schweizerdeutsch) .Sie hatte eines dieser winzigen roten Tierchen auf dem Asphalt entdeckt. Die Welt ist gerettet, und das von einem Kind. Eine andere, wunderbare Anekdote kam von unserer ältesten Teilnehmerin, fast 80 und Handarbeitslehrerin von Beruf, sie erzählte uns wie die Kinder früher in ihrem Unterricht immer sehr gesprächig wurden und sie so einiges über die Dorfbewohner erfuhr was wohl besser hinter den Türen hätte bleiben sollen. Hier nun was sich abspielte hinter den Türen: ein Großvater war wohl sehr herrisch und wenn ihm das Essen von der Schwiegertochter nicht schnell genug an den Tisch gebracht wurde, die Schwiegertochter musste natürlich waschen, kochen, putzen im Garten arbeiten, auf dem Feld, jede Menge Kinder zur Welt bringen und eben nebenbei Essen kochen, und da kam es schon mal vor, dass das Essen nicht ganz so schnell war wie der Hunger des Großvaters. Dieser hatte sich angewöhnt dann mit dem Besteck ganz gebieterisch gegen den Teller zu trommeln, so dass die Schwiegertochter wußte hier ist Eile geboten. Natürlich saßen noch viele andere Familienmitglieder am Tisch, auch jede Menge Kinder und wie wir wissen lernen Kinder durch Nachahmung. Nun dachte sich eines Tages der Enkel, was der Großvater kann, das kann ich auch und schlug mit dem Besteck gegen den Teller noch bevor der Großvater es tun konnte. Für die Schwiegertochter, mit dem Rücken zum Tisch, in einem Topf rührend, war das Maß voll, nicht wissend daß ihr Sohn an den Teller geschlagen drehte sie sich um und gab dem Großvater eine schallende Ohrfeige … was nun geschah, ob und was nun wen schlug und ob hier überhaupt noch geschlagen wurde ist unserer Phantasie überlassen.

Einen herzlichen Dank all den wunderbaren Teilnehmerinnen, jeder einzelnen und einen ganz besonderen an meine Gastgeberin, schöner hätte ich mir den Veranstaltungsort gar nicht träumen können. Am ersten Abend gab es Pizza aus dem Hausgemeinschaft Pizzaofen, überall sprangen Kinder herum, Kürbisse wuchsen aus ihren Hochbeeten heraus und Hühner scharrten in ihrem Gehege, außerdem gibt es den weltbesten Cheescake dort auf dem Gelände im Café Ost und im Silo läßt es sich wunderbar übernachten. Ich durfte in der Hauseigenen Schatzkammer übernachten mit einmaligen Himmelseindrücken.

Jetzt aber genug, ich könnte noch stundenlang so weiter schwärmen. Es wird wieder einen Kurs an diesem Ort geben, ganz herzlichen Dank Dir Agathe, voraussichtlich im Frühling, der genaue Termin wird bekannt gegeben sobald wir ihn selber wissen. Ein weiterer Kurs in der Nähe von Interlaken ist in Planung und von einem Kurs mit Maria zusammen war auch schon die Rede, wir treffen uns noch diese Woche und konspirieren ein bisschen. Also vieles ist in Planung, aber konkret sind jetzt erst mal meine Herbst und Winterkurse, hier findet ihr die Termine, es gibt noch ein paar Plätze nur nicht all zu viele, denn mehr als vier Teilnehmerinnen können momentan der Raumgröße wegen nicht teilnehmen.

Es war wunderschön mit Euch ihr Baselfrauen, auf ganz bald

P.S. Fast hätte ich es vergessen, es gibt noch mehr Basel, denn Basel ist eine sehr mitteilsame Stadt, überall Worte, ” Infernobasel” war nur der Anfang. Ihr könnt also gespannt sein was Basel zu sagen hat.

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